Warum Zweifel nicht immer schlecht sind und Schaum­schläger sich selbst überschätzen!

Kennst du diese Stimme? Die sich ganz leise meldet. Und dir dann ein paar Worte einflüstert. Und immer wieder laute Zweifel auslösen.

Du kannst noch so im Flow sein. Noch so motiviert sein. Wenn sich diese Stimme meldet, ist meist Schicht im Schacht. Nichts geht mehr. Und die Gedanken drehen sich nur mehr um das eine – deine Selbstzweifel.

Und dann kommen auch noch andere Experten und treten so richtig selbstsicher und laut auf. Wie sollst du dich als stiller Experte überhaupt behaupten können. Noch mehr Zweifel.

Doch das muss nicht so sein! In diesem Artikel erfährst du die positiven Seiten von Selbstzweifel. Wie du mit übermächtigen Zweifeln umgehst. Und warum scheinbare Experten (Schaumschläger mit Halbwissen) gar nicht daran zweifeln, dass sie zu wenig wissen könnten.

Woher Selbstzweifel kommen

Wie schön wäre ein Leben ohne Zweifel! Doch sie gehören einfach dazu. Sie sind ein Teil von uns. Wir müssen nur lernen, mit ihnen umzugehen. Warum aber haben wir Selbstzweifel?

Auf der einen Seite ist es einfach nur aus Unzufriedenheit mit uns selbst. Weil unsere Ziele unerreichbar erscheinen. Auf die Idee, dass wir selbst uns zu hohe Ziele setzen, kommen wir aber nicht. Also Ziele, die wir nur schwer oder niemals erreichen können. Ziele, die wir uns aus Perfektionismus oder „Größenwahn“ selbst auferlegen. Da ist klar, dass wir zu zweifeln beginnen.

Das führt unweigerlich zu persönlichen Niederlagen und Rückschlägen. Ja klar, wie das auch funktionieren? Und so beginnt der Teufelskreis. Denn wenn es damals schon nicht funktioniert hat, wie und warum soll es dann heute funktionieren? Noch mehr Zweifel!

Wobei wir nicht einmal wegen zu hoher Ansprüche oder Ziele scheitern müssen. Egal ob es unser Verschulden war oder einfach nur Zufall. Die Selbstzweifel-Spirale beginnt sich zu drehen.

Verstärkend kommt hinzu, dass wir uns bevorzugt auf Negatives fokussieren. Also auf all das, was wir noch nicht wissen oder können. Unsere Rückschläge. Genau darum scheiterten wir. Bullshit! Viel wichtiger wäre, unsere Erfolge, Stärken und Fähigkeiten zu sehen. Doch diese übersehen wir einfach. (Aber keine Sorge, für das können wir nichts. Es ist genetisch in uns drin – nicht umsonst heißt es, aus Fehlern lernen wir. Nur so haben wir überlebt und uns weiterentwickelt.)

Darum haben wir auch oft das Gefühl, dass wir (noch) nicht genug wissen oder können! Und bevor wir ins Tun kommen, lesen wir ein Fachbuch nach dem anderen. Oder besuchen unzählige Seminare und Kurse. Doch weißt du was, wir werden nie „genug“ wissen oder können. Geschweige denn alles! Denn „wissen“ hört nie auf. Ständig kommt „neues“ Wissen in Form von neuen Büchern, Methoden oder Technologien dazu. Heute schneller als jemals zuvor.

Statt endlich unser Wissen und unsere Fähigkeiten umzusetzen oder anzuwenden, wollen wir (zwanghaft) noch mehr wissen und können. Wir kommen einfach nicht ins Tun. Und so auch nicht zu Erfolgserlebnissen. Du kannst dir sicherlich schon denken, was jetzt kommt, oder? Genau, wir zweifeln noch mehr. Weil wir ja schon so viel gemacht haben, aber immer noch nicht’s „geschafft“ haben … ja wie denn auch?

Und dann noch die Vergleiche mit anderen. Wie erfolgreich die doch sind. Was die alles geschafft haben. Während wir noch zu wenig wissen oder können. Die Selbstzweifel-Spirale wird stärker und stärker.

Unsere Zweifel sind in den meisten Fällen hausgemacht. Und haben den Ursprung zwischen unseren Ohren. Oft sind Zweifel eine super Sache, um uns von den wirklich wichtigen Dingen abzulenken. Um eben nicht Handeln zu müssen.

Es gibt aber auch Ursachen, die außerhalb unserer „Verantwortung“ liegen … endlich ist mal wer anders Schuld 😉

Da ist die überperfekte Welt, die uns die Medien tagtäglich vorgaukeln. Makellos und ohne Fehler. Geld, Glanz und Glamour – Schwächen werden nicht toleriert. Alles was zählt ist Leistung, Erfolg und Schönheit!

Auf der anderen Seite sind all die negativen Erlebnisse in unserem Leben. Vor allem aber unserer Kindheit. Ständige Kritik. Leistungsdruck in der Schule. Schimpf und Schande bei schlechten Noten. Zu hohe Erwartungen der Eltern. Angst davor, dass andere uns kritisieren oder auslachen. Diese Liste könnten wir noch lange fortführen – was fällt dir noch ein?

Trotzdem kein Grund aufzugeben und den Zweifeln die Kontrolle zu überlassen!

Wenn die Zweifel überhand nehmen

Bestimmen Selbstzweifel unser Leben, so blockieren und sabotieren wir uns selbst. Wir ziehen in unserem Leben oder Business die Handbremse immer fester. Bis zum totalen Stillstand. Weil wir uns in die Zweifel hineinsteigern und nur mehr darüber nachdenken.

Alles Lug und Trug

Eine besondere Form ist das Hochstapler-Symdrom (engl. Impostor-Syndrom). Dabei sind die betroffenen Personen davon überzeugt, dass alles sie erreicht haben, nur Glück oder Zufall war. Und keineswegs auf ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zurückzuführen ist. Egal was ihre direkte Umgebung oder Kunden sagen. Ja sogar Zeugnisse und Diplome sind ihrer Meinung nach kein Beweis dafür: „Ich hatte einfach Glück!“, „Das hätte doch jeder Geschaft!“ oder „So klug wie du mich siehst, bin ich ja gar nicht!“.

Sind diese Selbstzweifel besonders stark ausgeprägt, halten sich die Betroffenen für Hochstapler, Schwindler und Betrüger. Sie leben jeden Tag mit der Angst, dass jederzeit jemand kommen könnte und ihren scheinbaren Erfolg oder Status entlarven könnte: „Irgendwann kommen sie dahinter, irgendjemanden wird es sicherlich auffallen und dann fliege ich auch!“

Die Auswirkungen können dramatisch sein:

  • Die Einen steigern sich in ihre Perfektion hinein – nichts bleibt dem Zufall überlassen. Sie versuchen, alles zu wissen und zu können. Sind sie damit erfolgreich, so wird dieses Verhalten bestätigt und sie kommen noch tiefer in den Perfektions-Zweifel-Strudel.
  • Die Anderen machen sich von Anfang an klein. Und malen sich das Scheitern und den Worst-Case in allen Möglichkeiten ganz genau aus. Damit sie – zwangsläufig – nicht enttäuscht werden. Kommen sie doch einmal ins Handeln und sind wider Erwarten erfolgreich, war das einfach nur Zufall und Glück. Keines Falls Wissen und Können. Scheitern sie, verstärkt das ihr Verhalten und die Selbstzweifel.

Besonders häufig ist das Impostor-Syndrom bei erfolgreichen und klugen Personen … angeblich litt sogar Albert Einstein daran. Und zweifelte bis zum Schluss an seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten. Warum aber zweifeln inkompetenzte Menschen, Halbwissen-Experten und Schaumschläger nicht an ihrem Wissen? Das erfährst du gleich!

Zurückzuführen ist das Hochstapler-Syndrom auf ein geringes Selbstbewusstsein und schwaches Selbstwertgefühl. Verursacht durch zahlreiche große und kleine Erfahrungen und Prägungen in unserem Leben.

Was soll an Zweifeln gut sein?

Wie Perfektionsmus sind auch Selbstzweifel nicht grundsätzlich schlecht oder böse. Denn sie bringen uns zum Nachdenken! Die Herausforderung ist eben nur, über die Sache nachzudenken. Sie aber nicht zu zerdenken und sich hineinzusteigern.

Wie du mit Zweifeln umgehen kannst

Mach dir die Selbstzweifel bewusst

Selbstzweifel verlaufen oft unbewusst. Du wirst sie meist erst dann bemerken, wenn du schon mitten drin steckst. Nimm dich schon in dem Moment aus der Situation heraus, wenn du die Stimme zum ersten mal hörst.

Bist du dir dem Zweifel bewusst, so lasse den Zweifel zu. Das ist ganz wichtig. Verdränge oder unterdrücke ihn nicht. Sondern höre zu, was dir dein Zweifel sagt. Vielleicht kann es ja auch ganz hilfreich sein! Nimm dir einfach ein paar Minuten Zeit, um darüber nachzudenken. Stell dir am besten einen Timer/Wecker, damit du dich dabei nicht verlierst.

Anschließend kannst du dich fragen, zu wem dieser Zweifel – diese Stimme – überhaupt gehört. Ist es deine Stimme? Oder die deines Vaters? („Das schaffst du niemals – aus dir wird nie was werden!“) Oder die deiner Mutter? („Was sollen die Leute von uns denken, wenn du …?“) Oder die deines Arbeitskollegen, der dich klein gemacht hat, damit er besser da steht. Und statt dir die Beförderung bekommt. Oft sind die Stimmen gar nicht unsere Stimmen! Sondern Glaubenssätze und Meinungen, die andere in uns „hineinverpflanzt“ haben.

Damit die Stimmen nicht mehr so mächtig und eindruckvoll sind, kannst du ihnen auch eine lächerliche Stimme verleihen. Wie schlimm würde es klingen, wenn der Zweifel mit der quitschenden oder quackenden Stimme von Donald Duck sprechen würde? Vielmehr zum Lachen, oder?

Die eigenen Stärken bewusst machen

Mach dir deine eigenen Stärken und Fähigkeiten bewusst. Und nicht nur das, was du noch nicht kannst. Was kannst du besonders gut? Hier reicht schon eine Stärke (Fähigkeit, Wissen, …), um diesen Prozess in Gang zu bringen.

Nun betrachte diese eine Stärke. Was hat diese eine Stärke ermöglicht? Und schon hast du eine weitere Stärke! Das kannst du nun so oft wie du möchtest wiederholen, bis du genug Stärken gefunden hast. Und auch diese Stärken kannst du weiter hinterfragen. Wieviel du plötzlich kannst und weißt, obwohl es ja eigentlich nur eine kleine Stärke war…

Erfolgstagebuch

Betrachte nicht nur Schwächen und Rückschläge. Sondern auch Erfolge. Frage dich also nicht nur, was du morgen besser machen kannst. Sondern auch, was du heute super und erfolgreich gemacht hast! All das notierst du dir in einem Notizbuch oder Journal. Damit du immer wieder durchlesen kannst, was du schon alles geschafft hast.

Visualisiere deine Erfolge

Male dir nicht das Worst-Case-Szenario aus. Sondern stell dir vor, wie es sein wird, wenn du erfolgreich sein wirst – dein Best-Case-Szenario. Wie wirst du dich fühlen? Was wirst du tun? Was wirst du sagen?

Mach Fehler zu deinen Freunden

Fehler gehören zum Leben dazu, nur so lernen wir. Wer keine Fehler macht, hat vermutlich auch nicht viel gemacht. Nur aus Fehlern lernen wir, wie es (besser) geht. Selbst Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne ist dabei unzählige Male gescheitert. Aber hat er aufgegeben? War er ein Versager? Nein! Vielmehr antwortete er einem Reporter, der ihn darauf ansprach: „Ich bin nicht gescheitert. Ich keine jetzt 1000 Wege, wie es eben nicht geht!“

Sei nur die bessere Version von dir selbst – vergleiche dich nur mit dir

Dich mit andern zu vergleichen ist nie zielführend. Warum? Weil sie vielleicht wirklich besser und weiter sind als du. Aber auch nur, weil sie schon länger daran arbeiten. Schon länger im Business sind. Oder eine ganze Wand voller Studienabschlüsse haben. Weil sie die Zeit und das Geld dazu hatten.

Vergleiche dich NUR mit dir selbst! Wie unterscheidet sich dein heutiges ICH von deinem ICH vor einem, fünf oder zehn Jahren? Was weißt und kannst du heute alles, von dem du zuvor keine Ahnung hattest. Was hast du alles geschafft, das sich dein ICH vor x Jahren nicht einmal vorstellen konnte?

 

Ich hoffe, dass das eine oder andere Werkzeug dabei ist, das für dich passt. Und du deine Selbstzweifel in den Griff bekommst. Wenn nicht, melde dich gerne bei mir!

Warum aber zweifelst du an dir? Und die Möchte-gern-Experten, Halbwissen-Experten und Schaumschläger treten so richtig selbstsicher und lauf auf?

Selbstbewusstsein ist nicht gleich Wissen und Kompetenz

Das hat nichts mit dir zu tun. Überhaupt nichts. Dass erfolgreiche und kluge Menschen verstärkt zweifeln, habe ich oben ja schon beschrieben. Warum aber nicht die anderen? Diese Frage haben sich auch die Sozialpsychologen David Dunning und Justin Kruger gestellt. Seitdem hat dieses Phänomen auch einen Namen: der Dunning-Kruger-Effekt.

Sie formulieren einen vierstufige Effekt:

  1. Inkompetente Menschen überschätzen regelmäßig ihr eigenes Können,
  2. und sind gleichzeitig nicht in der Lage, den Umfang ihrer eigenen Inkompetenz zu erkennen.
  3. Das führt dazu, dass sie ihre Kompetenz nicht steigern wollen/können und so auch
  4. die höheren Fähigkeiten anderer immer wieder unterschätzen.

Egal ob das nun nach Populärwissenschaft oder hochwissenschaftlichen Erkenntnissen klingt. Wir begegnen diesem Effekt immer wieder. Und er stimmt auch. Denn die Schaumschläger da draußen würden nie auf die Idee kommen, dass jemand anderes besser oder klüger ist. Weil sie von sich und ihrem (Halb-)Wissen überzeugt sind. Und das auch lautstark in die Welt tragen. Denk nur einmal an die vielen Fußball-Profis vor dem Fernseher, die alles viel besser wissen als die Trainer des Teams.

Anmerkung: Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich meine hier nur (!) die Möchte-gern-Experten und Schaumschläger, die mal ein Buch lasen. Oder einen Kurs besuchten. Und nun davon überzeugt sind, alles zu wissen. Ich meine NICHT die wirklichen Experten, die eine Unmenge an Büchern gelesen haben. Zahlreiche Studien, Aus- und Weiterbildungen gemacht haben. Und auch ständig reflektieren und sich immer wieder weiterbilden. Also Experten, wie WIR es auch sind! (Ein Schaumschläger würde diesen Artikel niemals lesen.)

Fazit – Schau auf dich und vergiss die Schaumschläger

Zweifel gehören zu unserem Leben einfach dazu. Nur dürfen wir uns nicht davon verrückt machen lassen. Und schon gar nicht in sie hineinsteigern. Vielmehr können uns Selbstzweifel auch wertvolle Hinweise schenken.

Und was die lauten und selbstsicheren Schaumschläger und Möchte-gern-Experten betrifft: Ingoriere sie! Sie sind es nicht wert, dass du für sie nur einen Gedanken verschwendest und du dich dadurch klein machst.

Höre auf zu zweifeln und beginne zu tun,

Dein Thomas

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