Tschüss Überforderung – warum du deine Selbstständigkeit als Unternehmen sehen sollst!

Als Selbstständige*r arbeitest du oft an zahlreichen „Baustellen“ gleichzeitig: Neben deinen Kundenterminen bist du noch auf Facebook aktiv und schreibst den einen oder anderen Blogartikel. Schlussendlich kommen auch noch Neukundengespräche dazu. Und dann noch der ganze Papierkram und die E-Mails.

Kurzum: du bist total überfordert!

Keine Sorge, du bist damit nicht alleine. So wie dir geht es vielen Solopreneuren auch: Was zuerst machen? Wo wie viel Zeit investieren? Und überhaupt, wie sollst du das ganze in deiner Arbeitswoche unterbringen?

Schließlich hast du dich für die Selbstständigkeit entschieden, um diesem Hamsterrad zu entkommen. Und dann das … du steckst wieder mitten drin!

Genau darum sollst du deine Selbstständigkeit wie ein großes Unternehmen betrachten. Es geht dabei aber nicht um „think big“ und „visualisiere dich groß“.

Vielmehr erleichterst du dir damit deinen Arbeitsalltag, weil du so deine Arbeit besser strukturieren und verschiedene Aufgaben koordinieren kannst. Und sogar Unklarheiten und Fragen leichter klären kannst.

Wie genau, das erfährst du in diesem Artikel!

Die Unterschiede zwischen Selbstständigkeit und (großen) Unternehmen

Als Einzelunternehmer – oft Solopreneur genannt – bist du für alles verantwortlich: Von der Produktentwicklung, über Werbung und Verkauf bis zu Rechnungslegung. Und natürlich auch für die Produktion oder die Erbringung deiner Dienstleistung.

Ganz schön viel für eine Person, oder?

Ein Unternehmer hat’s einfacher – als Geschäftsführer trifft er die Entscheidungen, koordiniert Maßnahmen und lenkt somit das ganze Unternehmen. Er arbeitet AM Unternehmen.

Die Arbeit IM Unternehmen teilt sich auf verschiedene Abteilungen und Mitarbeiter auf.

Und genau diese Abteilungen kannst du auch in deiner Selbstständigkeit einrichten. Vorerst mal ohne Mitarbeiter …

Welche „Abteilungen“ gibt es in deinem Unternehmen „Selbstständigkeit“?

Ganz oben stehst du als Chef*in – du leitest dein Unternehmen und koordinierst alle Abteilungen.

Produktion / Dienstleistungserbringung

In dieser Abteilung bist du als Selbstständige*r sicherlich am meisten tätig – schließlich verdienst du damit auch dein Geld.

Hier arbeitest du direkt mit deinen oder für deine Kunden. Unabhängig davon, ob du als Dienstleister arbeitest oder Produkte herstellst.

Marketing und Werbung

Hier spielt sich alles ab, was mit deiner Website, deinem Newsletter, Social Media, der Contenterstellung (für Social Media, Newsletter, Blog, Podcast, Youtube) zu tun hat.

Und natürlich alle Werbemaßnahmen und Events – egal ob online oder offline.

Immer wenn du was auf Facebook, Instagram oder LinkedIn postest oder kommentierst, bist du in der Marketing-Abteilung aktiv. Du sorgst für Reichweite und Bekanntheit deines Unternehmens (also von dir) und deines Angebotes.

Verkauf

Obwohl Marketing und Verkauf zusammengehören (eine Abteilung kann nicht ohne die andere – auch wenn sie es gerne anders glauben), betrachten wir in deiner Selbstständigkeit den Verkauf als eigene Abteilung.

Warum?

Weil viele das Thema „aktiv verkaufen“ verdrängen und ignorieren. Schließlich reicht es ja aus, wenn du eine Website hast und regelmäßig postest.

Irrtum!

Du musst aktiv verkaufen, also dein Angebot proaktiv zu deinen Kunden bringen. Anstatt nur auf sie zu warten. Klar geht es hier auch darum, dein Produkt zu bewerben. Aber eben eben auch darum, wie ein Verkäufer zu agieren. Und auch mal Verkaufsargumente rauszuhauen. Oder Bedenken auszuräumen.

Für viele Selbstständige hat diese Abteilung einen schlechten Ruf. Verkaufen gehört aber dazu und ist zwingend notwendig. Ohne Werbung keine Kunden … und ohne Verkaufen kein Geld!

Ich kann dich aber beruhigen, du musst jetzt nicht so ein unsympathischer Vertreter sein, wie das stereotypische Bild vermittelt. Sprich mit Begeisterung über dein Thema. Und höre deinen Kunden zu, was sie sagen. Welche Bedenken sie äußern. Und genau darauf gehst du dann im Gespräch ein. So einfach kann verkaufen sein.

Produkt- und Unternehmensentwicklung

Viele Selbstständige verstecken sich gerne in dieser Abteilung. Weil sie hier vor sich hin arbeiten können und nicht wirklich aktiv werden müssen.

Hier noch ein Produkt verbessern, da noch schnell ein Freebie entwickeln. Und an der weiteren Entwicklung des Unternehmens feilen.

Ja, diese Abteilung ist für das Weiterkommen deines Unternehmens „Selbstständigkeit“ wichtig. Aber du musst auch in die Umsetzung kommen. Und eben in den anderen Abteilungen aktiv werden.

Verwaltung

Auch das gehört natürlich dazu: E-Mails beantworten, Angebote und Rechnungen schreiben und die Buchhaltung.

Vor allem diese Tätigkeiten sind alles andere als beliebt und werden gerne auf die lange Bank geschoben.

Wie dir dieses Abteilungsdenken als Selbstständige*r die Arbeit erleichtert

Mehr Überblick

Durch das Abteilungdenken kannst du deine übervolle ToDo-Liste in mehrere Bereiche aufteilen und so einfacher deine Prioritäten setzen.

Zudem erkennst du, ob du zu viel Zeit in einer bestimmten Abteilung verbringst. In der Regel solltest du in einer Arbeitswoche in jeder Abteilung aktiv sein – natürlich in unterschiedlichen Zeitkontingenten.

Mehr Struktur

Durch den Überblick schaffst du auch bessere Strukturen in deiner Selbstständigkeit. Du weißt, wann was sinnvoll ist, weil oft eine Abteilung von der andern „abhängig“ ist bzw. im Arbeitsverlauf folgt. So kannst du gezielter agieren.

Und du deckst jene Bereiche auf, in denen du vielleicht etwas nachlässig warst und mehr Zeit investieren solltest.

Leichtere und bessere Entscheidungen

Bist du dir wieder mal über einen Social Media-Post unsicher? Oder ob das Produkt auch richtig für deine Kunden ist? Dann ziehe die verschiedenen Abteilungen und dich selbst als Chef zu Rate.

So fragst du etwa als Produktentwickler den Verkauf, ob sich das Produkt in dieser Form verkaufen lässt. Ob es Kunden dafür gibt und es profitabel ist. Die Marketing-Abteilung kann dich dabei unterstützen, ob du damit auch genau die Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe triffst. Und wie du dieses neue Produkt nennen sollst. Und als Geschäftsführer kontrollierst du, ob es überhaupt zu dir als Unternehmen und ins Angebot passt, bevor du es freigibst.

Bonus-Tipp: Besonders wirkungsvoll wird dieser Prozess, wenn du für jede Abteilung einen eigenen Sessel oder Stuhl hast. Und bei jedem Abteilungswechsel – also deine Rolle im Unternehmen – auch die Position wechselst. Stell dir vor, wie du mit deinen Kollegen sprichst. Du kannst sogar laut mit dir – also deinen Kollegen – sprechen.

Fazit

Als Selbstständiger kämpfen wir oft an vielen Fronten und verlieren schnell den Überblick, was wann wie sinnvoll ist. Oder was aktuell Priorität hat.

Wenn du deine Tätigkeit auf verschiedene Abteilungen aufteilst, gewinnst du mehr Überblick und Struktur. Und kannst zudem Fragen und Unklarheiten selbst in diesen Abteilungen besprechen.

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