11+1 Gründe warum deine Kunden doch nicht bei dir kaufen

Vielleicht kennst du dieses niederschmetternde Gefühl. Dieses Gefühl, wenn dein Kunde trotz aller Bemühungen nicht bei dir kauft. Du hast ihm ausführlich dein Angebot erklärt und alle seine Fragen beantwortet. Du hast sie umfassend beraten und ihnen alle Informationen gegeben, die sie wollten. Und du hast ihnen alle deine Verkaufsargumente geliefert. Und trotzdem haben sie noch gezögert…

Auch kleine Geschenke und ein Rabatt haben nichts genützt … kein Kauf … doch was hast du nur falsch gemacht?

Glaubst du mir, wenn ich dir verrate, dass du alles richtig gemacht hast? Du hast nur an ein paar wichtige Details nicht gedacht. Weil du sie gar nicht wusstest oder dir ihre Wichtigkeit gar nicht bewusst ist.

Genau diese Details erfährst du in diesem Artikel, vieles davon basiert auf Neuromarketing und gibt deinen Verkäufen einen (zusätzlichen) Boost!

Bereit, dann lass uns loslegen …

Was Kunden beim Kaufen denken

Über was denken deine Kunden kurz vor dem Kauf nach? Es sind eigentlich nur ein paar einfache Fragen, die sich dein Kunde stellt:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Reicht nicht auch eine kleinere Variante oder eine billiger Marke?
  • Ist das nicht zu billig oder teuer?
  • Was ist für mich drin? Was habe ich davon?

Nun kannst du einwenden, dass du genau diese Fragen ja ganz ausführlich beantwortet hast. Perfekt! Aber es fehlt eben noch ein wichtiger Aspekt.

Du hast mit klaren Argumenten, Zahlen, Daten und Fakten kommuniziert. Das Gehirn deiner Kunden braucht aber auch Emotionen, um sich für dich zu entscheiden.

Deine Kunden entscheiden keineswegs rational

Was ich dir jetzt verrate, mag zwar an unserem Homo-Sapiens-Ego ziemlich kratzen – ist aber die Realität und wissenschaftlich bewiesen: Wir entscheiden keineswegs rational und bewusst, also durch Nachdenken.

Vielmehr entscheidet unser Unterbewusstsein(!) über einen Kauf oder Nicht-Kauf. Also gar nicht durch bewusstes nachdenken über Argumente und Informationen. Neuro-Experten wie Hans Georg Häusel und Gerald Zaltman gehen davon aus, dass bis zu 95 % Prozent unserer (Kauf-)Entscheidungen von unserem Unterbewusstsein getroffen werden. Und das ist total emotional!

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass du dein ganzes Informationsmaterial und deine Kaufargumente in die Tonne kippen sollst. Nein! Sie sind genauso wichtig!

Denn zahlreiche (emotionale) Faktoren führen das Unterbewusstsein zur Kaufentscheidung. Hat sich das Unterbewusstsein für einen Kauf entschlossen, braucht es genau diese rationalen Argumente, Informationen, Zahlen, Daten und Fakten. Damit dein Bewusstsein diese Kaufentscheidung rational begründen kann. Denn ansonsten würden sich schnell Zweifel – wie die oben gestellten Fragen – breit machen.

Damit deine Kunden kaufen und auch wirklich zur Kaufentscheidung stehen und darüber glücklich sind, braucht es eben beiden: Rationale Kauf-Informationen und -argumente. Und emotionale Kaufentscheidungsfaktoren.

Die wichtigsten 11+1 Kaufentscheidungsfaktoren erfährst du nun:

Kaufentscheidungsfaktor #1: Du bietest dein Produkt/deine Dienstleistung zum falschen Preis an

Der Preis spielt eine bedeutende Rolle für die Kaufentscheidung. Leider verstehen viele Unternehmer diesen Faktor total falsch – sie glauben, NUR über einen günstigen Preis verkaufen zu können.

Vielmehr musst du deinen Kunden einen angemessenen Preis bieten. Was nun ein angemessener Preis ist, richtet sich nach deinem Angebot, dem Preissegment, dem Markt und natürlich den Erwartungen deiner Kunden.

Ein hoher Nutzen bzw. eine hohe Qualität rechtfertigt auch einen hohen Preis. Und erlaubt auch einen entsprechenden Rückschluss. Zum Beispiel kannst du für ein maßgeschneidertes Dirndl oder eine handgefertigte Halskette viel mehr verlangen als für ein vergleichbares Produkte aus der Massenfertigung.

Aus diesem Grund ist auch das iPhone in einer sehr hohen Preisklasse angesiedelt – dadurch vermittelt es einen hohen Wert und eine ausgezeichnete Qualität – vor allem aber einen hohen Status.

Würdest du dein Produkt im oberen Wert-/Nutzen- und Qualitätssegment positionieren und zu einem relativ günstigen Preis verkaufen, passt das für deine Kunden einfach nicht zusammen. Durch die fehlende Übereinstimmung von Nutzen/Qualität und Preis verringert sich deine Glaubwürdigkeit. Und bei unglaubwürdigen Anbietern haben deine Kunden ein ungutes Gefühl und  kaufen nicht gerne!

Das gleiche gilt auch für den umgekehrten Weg. Wenn du deinen Kunden keinen wirklichen Nutzen bzw. eine geringe Qualität bietest, werden diese wohl kaum bereit sein, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.

Je austauschbarer du mit deinem Produkt bist, desto entscheidender ist der Preis für deine Kunden. Je höher aber wahrgenommener Nutzen, Wert und Qualität sind, desto weiter tritt der Preis in den Hintergrund.

Mein Tipp!

Überzeuge deine Kunden mit einem Preis, der zur Qualität und zum Nutzen bzw. wahrgenommenen Wert deines Angebotes steht. UND der für deine Kunden auch angemessen erscheint!

Kaufentscheidungsfaktor #2: Du bietest deinen Kunden keine Lösung

Hier kommen wir zum berühmten Loch in der Wand – deine Kunden kaufen keinen Bohrer, sondern eine Möglichkeit zum Befestigen eines Bildes. Es mag zwar abgedroschen klingen, aber es ist nun einmal so.

Deine Kunden suchen und kaufen Lösungen!

Darum ist es auch überaus wichtig, dass du dich nicht auf dein Produkt bzw. deine Dienstleistung fokussierst. Vielmehr solltest du dir überlegen, welches Problem deiner Kunden du optimal lösen kannst. Wenn du dich aktiv mit deinen Kunden beschäftigst, wirst du schnell ihre Bedürfnisse und Probleme erkennen. Nur so wirst du der ideale Lösungsanbieter mit der perfekten Lösung für deine Kunden!

Mein Tipp!

Überzeuge deine Kunden mit der besten Lösung für ihr Problem!

Kaufentscheidungsfaktor #3: Deine Kunden nehmen dich nicht als Problemlöser wahr

Du kannst die beste Lösung haben – wenn du sie nicht bekannt machst, wirst du nicht verkaufen!

Verschwende nicht dein Geld, indem du die falsche Botschaft kommunizierst. Und konzentriere dich in deiner Werbung und auf deiner Website nicht auf deine Leistungen. So machst du es deinen Kunden schwer, dich als Lösungsbringer zu erkennen.

Statt auf laut schreiende Werbung zu vertrauen, solltest du dich als Problemlöser und Experte in den Köpfen deiner Kunden positionieren. Erzähle und zeige deinen Kunden, was deine Lösung ist. Und vor allem, wie du und dein Angebot ihr individuelles Problem lösen!

Mein Tipp!

Überzeuge deine Kunden davon, dass DU die beste Lösung für ihr Problem bietest!

Kaufentscheidungsfaktor #4: Deine Kunden verstehen nicht den Nutzen deines Angebotes

Aber nicht nur die Problemlösung an sich ist kaufentscheidend. Sondern auch der Nutzen für deine Kunden. Was haben sie von deinem Produkt bzw. deiner Dienstleistung? Das sind gleichzeitig emotionale und rationale Argumente!

Wie oft stolpern wir in Werbemitteln über technische Leistungsaufzählungen – 100 Terrabyte Festplatte, 50 Megapixel, 5G und so weiter. Doch für einen Großteil der Kunden sind diese Ausdrücke nichtsagend. Was bringen mir 100 Terrabyte Festplattenspeicher, wenn ich nicht sagen kann, ob das viel oder wenig ist? Oder was ich damit machen kann?

Der Handel hat mittlerweile dazugelernt und die Leistungsaufzählungen dem tatsächlichen Nutzen entsprechend werbewirksam umformuliert. Zum Beispiel kannst du den Kartenspeicher für eine Digitalkamera in die entsprechende Anzahl von Bildern umrechnen. Die nichtssagenden Zahlen werden so in einen bildhaften, verständlichen und aussagekräftigen Nutzen für deine Kunden verwandelt.

Mein Tipp!

Überzeuge deine Kunden mit dem tatsächlichen Nutzen für sie. Und erkläre diesen Nutzen bildhaft und leicht verständlich. Anstatt nur Leistungsmerkmale aufzuzählen!

Kaufentscheidungsfaktor #5: Du unterschätzt den individuellen emotionalen Nutzen für deine Kunden

Wie oft habe ich selbst erlebt, dass Verkäufer mich mit Fakten und Argumenten zu überzeugen versuchten. Und mir den (vordergründigen) Nutzen bildhaft beschrieben. Doch warum kann uns das nicht ganz überzeugen?

Weil dieser Nutzen meist rational ist und sehr allgemein sind. Deine Kunden haben aber unterschiedliche emotionale Bedürfnisse. Mit dem emotionalen Nutzen kannst du diese emotionalen Bedürfnisse befriedigen. Und die Nutzen-Kommunikation verstärken. Das klingt kompliziert für dich? Es ist ganz einfach!

Zum Beispiel legt ein Teil deiner Kunden hohen Wert auf Sicherheit, Stabilität und Risikovermeidung. Andere Kunden richten ihren Fokus hingegen auf Abwechslung, Neues und Unterhaltung. Und wieder andere Kunden wollen mit dem Kauf einen bestimmten Status und Macht erreichen. Aber auch das Bedürfnis für Harmonie, Fürsorge und soziale Gerechtigkeit kann kaufentscheidend sein.

Wenn du durch Zuhören und Einfühlungsvermögen die grundlegenden Bedürfnisse erkannt hast, kannst du deine Kunden mit dem richtigen emotionalen Nutzen überzeugen. Ein kleines Beispiel gefällig?

Etwa beim Kauf eines Autos – für das selbe Auto gibt es einen individuellen emotionalen Nutzen:

  • Mögliche Argumente um den emotionalen Nutzen „Sicherheit“ zu kommunizieren: serienmäßige Sicherheitsausstattung, sichere Bauweise, sicheres Fahrzeug für die ganze Familie
  • Den emotionalen Nutzen „Neues“ bzw. „Unterhaltung“ kannst du mit folgenden Argumenten vermitteln: neueste Technik, integrierte Unterhaltungselektronik, Fahrverhalten
  • Die Argumente für den emotionalen Nutzen „Status“ könnten wie folgt aussehen: Limitierte Stückzahl, Motorleistung, höchste Qualität
  • Mögliche Argumente um den emotionalen Nutzen „Fürsorge – soziale Gerechtigkeit“ zu kommunizieren: höchste Sicherheit für alle Fahrzeug-Insassen, geringer Verbrauch und somit Umweltfreundlich

 

 

Du siehst, es kommt einfach nur darauf an, dass du nicht irgendeinen allgemeinen Nutzen kommunizierst. Sondern genau auf die Bedürfnisse deiner Kunden eingehst. Das funktioniert auch mit dem gleichen Argument!

Kannst du dich noch an das Digital-Kamera-Speicherkarten-Beispiel erinnern?

  • Emotionalen Nutzen „Sicherheit“: Auf die Speicherkarte mit X Gigabyte passen XYZ Bilder in höchster Auflösung. Da können Sie einfach auf dein Auslöser drücken und sichergehen, dass ein super Foto dabei ist, das nicht unscharf ist und bei dem alle lachen! Sie brauchen sich keine Gedanken über zu wenig Platz für die Bilder machen!
  • Emotionalen Nutzen „Neues“ bzw. „Unterhaltung“: Auf die Speicherkarte mit X Gigabyte passen XYZ Bilder in höchster Auflösung. So können Sie jeden wichtigen Moment fotografieren und zur Erinnerung an diese coole/abenteuerliche/… Zeit festhalten – Sie brauchen sich keine Gedanken über zu wenig Platz für die Bilder machen!
  • Emotionalen Nutzen „Status“: Auf die Speicherkarte mit X Gigabyte passen XYZ Bilder in höchster Auflösung. So können Sie jederzeit die besten Fotos machen und die Premium-Qualität der Kamera voll ausnützen. Denn Fotos in der höchsten Profi-Qualität brauchen viel Speicherplatz – und den haben sie!
  • Emotionalen Nutzen „Fürsorge“: Auf die Speicherkarte mit X Gigabyte passen XYZ Bilder in höchster Auflösung. So können Sie jeden Moment ihrer Kinder/ihrer Beziehung für immer festhalten. Damit Sie und ihre Kinder/ihre Partnerin/ihr Partner sich immer wieder an diese schönen Momente zurückerinnern können – wann immer Sie wollen! Und Sie brauchen sich keine Gedanken über zu wenig Platz für die Bilder machen!

Wenn du im Verkaufsgespräch jedoch das falsche Emotionssystem oder nur den allgemeinen Grundnutzen ansprichst, wirst du deine Kunden nicht überzeugen können. Sodass sie beruhigt kaufen können, weil es genau das richtig für sie ist – tschüss Zweifel!

Mein Tipp!

Überzeuge deine Kunden neben Fakten auch mit Emotionen und dem individuell passenden emotionalen Nutzen!

Kaufentscheidungsfaktor #6: Du lässt deinen Kunden keine Wahlfreiheit

Kennst du diesen eine Killerphrase von Verkäufern? „Ich habe das perfekte Angebot für sie!“ Schön, aber du als Kunde hättest dann doch gerne eine Wahlmöglichkeit, oder? Aber so wirst du vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist die Lösung, basta. Und das ist nicht nur für dich, sondern auch für deine Kunden frustrierend. Und frustrierte Kunden kaufen nicht gerne!

Biete deinen Kunden daher drei, zumindest aber zwei, Angebote mit unterschiedlichem Leistungsumfang und in verschieden Preisklassen. Und kommuniziere dabei ganz klar die jeweiligen Unterschiede und den Nutzen für den Kunden: „Variante A beinhaltet/kann …, was bedeutet, dass Sie … können. Variante B hingegen …“. Diese Wahlmöglichkeit motiviert deine Kunden, sich (noch) mehr mit deinem Produkt bzw. deiner Dienstleistung zu beschäftigen! Wichtig: Biete ihnen aber auch nicht zu viele Möglichkeiten, denn das würde sie nur verwirren.

Mein Tipp!

Lass’ deinen Kunden die Wahlfreiheit für unterschiedliche Angebote anstatt sie mit einem – dem perfekten – Angebot festzunageln!

Kaufentscheidungsfaktor #7: Du verstärkst nicht das Haben-wollen deiner Kunden

Durch die optimale Mischung von Informationen und Emotionen kannst du eine gute Basis für das Haben-wollen-Gefühl deiner Kunden schaffen. Viele Unternehmen bleiben an dieser Stelle aber einfach stehen. Sie haben den Kunden doch schon überzeugt, oder?

Doch du kannst noch einen kleinen Schritt weiter gehen, und die Vorfreude deiner Kunden wecken. Zeige ihnen nicht nur die Problemlösung, die du mit deinem Produkt bzw. deiner Dienstleistung bietest. Sondern auch, was deine Kunden dadurch erreichen werden. Wie sie sich fühlen werden. Und was dadurch in weiterer Folge noch alles möglich wird. Diese Vorfreude wirkt direkt im Belohnungszentrum des Gehirn und verstärkt noch einmal das Haben-wollen-Gefühl und somit die Überzeugung deiner Kunden.

Mein Tipp!

Verführe und belohne deine Kunden mit der Vorfreude und Erwartung, was mit dem Kauf alles möglich sein wird!

Kaufentscheidungsfaktor #8: Der Kauf ist für deinen Kunden kein großartiges Erlebnis

Bis hierhin hast du das rationale Denken wie auch die Emotionen deine Kunden angesprochen. Du hast ihnen die Lösung zu einem angemessenen Preis geboten und den Nutzen kommuniziert. Und hast schlussendlich das Haben-wollen-Gefühl geweckt.

Und doch fehlt deinen Kunden noch etwas zu ihrem Glück – und somit zur klaren Kaufentscheidung: Du kannst die positiven Emotionen deiner Kunden um ein Vielfaches verstärken und so aus dem Kauf ein großartiges Erlebnis machen. Dafür sind viele unterschiedliche Faktoren entscheidend. Hier eine kleine Auswahl:

Weg vom schnöden Geschäftsklima hin zu einem angenehmen Ambiente. Dein Kunde soll sich bei dir wohlfühlen. Bring’ sie mit Hintergrundmusik und entsprechender Dekoration in die richtige Stimmung. Wenn Wartezeiten entstehen könnten, sorge für weiche Sitzmöbel. Verwöhne deine Kunden mit kleinen Naschereien.

Mach es deinen Kunden leicht – auch das schafft positive Emotionen. Zum Beispiel indem du alle von ihnen benötigten Informationen leicht und übersichtlich verfügbar machst. Oder du das gewünschte Produkt zu deinem Kunden bringst – entweder „nur“ zu seinem Fahrzeug oder gleich nach Hause. Übertriff die Erwartungen deiner Kunden mit einem ausgefallenen Service.

Schlussendlich belohne den Kauf deines Produktes bzw. deiner Dienstleistung mit dem guten Gefühl, dass sich dein Kunde richtig entschieden hat.

Natürlich kannst du aus dem Kaufprozess selbst auch ein wahrhaftiges Erlebnis machen. Das verstärkt auch das Haben-wollen deiner Kunden. Lass’ deine Kunden dein Produkt nicht nur in einer „künstlichen“ Umgebung ausprobieren, sondern im echten Leben. Wo könnte zum Beispiel die passende Kletterausrüstung besser beurteilt werden, als direkt bei einer kleinen Klettertour? Was ist überzeugender als eine Probefahrt direkt auf der Rennstrecke oder im Gelände – wo das Fahrzeug beweisen kann, wofür es gebaut wurde?

Mein Tipp!

Mache es deinen Kunden so einfach, angenehm und erlebnisreich wie möglich und sorge für ein angenehmes Wohlfühl-Ambiente.

Kaufentscheidungsfaktor #9: Du unterschätzt die Wirkung negativer Emotionen

Was glaubst du, ist für unser Gehirn bedeutender – 10 Euro zu gewinnen oder zu verlieren? Obwohl es sich um die gleiche Summe handelt, hat die negative Emotion durch den Verlust eine doppelt so starke Wirkung auf uns als die positive Emotion durch den Gewinn!

Ahnst du, worauf ich hinaus will? Versuche nicht nur positive Gefühle zu schaffen, um das Haben-wollen und Erlebnis zu verstärken. Sondern achte auch darauf, negative Emotionen – wie etwa Langeweile, Frust oder Machtlosigkeit – und Enttäuschungen bei deinen Kunden zu vermeiden! Denn negative Erfahrungen wieder gut zu machen, kann sehr aufwändig sein…

Mein Tipp!

Achte nicht nur auf positive Emotionen, sondern auch darauf, deine Kunden nicht mit negative Emotionen und Enttäuschungen zu „bestrafen“!

Kaufentscheidungsfaktor #10: Du berücksichtigst nicht den Bezahlschmerz deiner Kunden

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum so viele Unternehmen nicht nur Bargeld annehmen, sondern auch die Zahlung per Bankomat-/Kreditkarte, Gutschein oder sogar Ratenzahlung anbieten? Ganz klar, es macht das Bezahlen um einiges einfacher. Doch es steckt noch viel mehr dahinter!

Denn ganz egal ob du dir mit dem Hammer auf deinen Finger schlägst oder eine größere Summe bar an der Kassa bezahlst – für dein Gehirn ist der Schmerz der gleiche. Untersuchungen haben gezeigt, das beim Bezahlen die selben Gehirnregionen aktiv sind, wie bei körperlichen Schmerzen. Also verdammt negative Emotionen!

Das Bezahlen per Karte oder Ratenzahlung wirkt sozusagen als Schmerzmittel. Diese Formen der Bezahlung machen aus dem tatsächlichen Betrag nicht nur etwas Ungreifbares, weil das Geld nicht angegriffen und hergegeben wir. Sondern einfach nur ein paar digitale Bits und Bytes den Eigentümer wechseln. Und die Kosten verlagern sich in die Zukunft. Wodurch das ganze subjektiv noch unwirklicher wird. Und in weiter Folge deinen Kunden das Bezahlen – und somit die Entscheidung zum Kauf – noch leichter fällt.

Mein Tipp!

Biete zumindest immer auch die Bezahlung per Kredit- oder EC-Karte an, um den Bezahlschmerz zu minimieren – und die Kaufentscheidung somit zu erleichtern!

Kaufentscheidungsfaktor #11: Du weißt nicht wer wirklich über den Kauf entscheidet

Dieser Faktor ist sicherlich die größte Herausforderung. Denn oft ist der Käufer nicht gleichzeitig der Benutzer oder derjenige, der die Kaufentscheidung trifft. Vielmehr ist der augenscheinliche Käufer ein Repräsentant eines ganzen „Einkaufs-Teams“. Jede der beim Kauf beteiligten Personen hat ihre eigenen Bedürfnisse, Forderungen und Erwartungen – ganz egal ob bei Business- oder Consumer-Käufen!

Und bei allen Kaufentscheidungen spielen Emotionen eine sprichwörtlich entscheidende Rolle. Stell’ dir vor, ein Mitglied dieses Einkaufsteams hat das Gefühl, von den anderen nicht ernst genommen oder gar übergangen zu werden. Oder es gibt persönliche Differenzen zwischen den Personen. Oder die Sekretärin eines Entscheiders fühlt sich nicht wertgeschätzt. Oder, oder, oder … So hat es oft nichts mit dir, deinem Produkt oder Preis zu tun, dass der Kunde schlussendlich nicht bei dir kauft.

Natürlich ist gibt es solche Einkaufsteams auch im Shopping-Alltag. Kommen wir noch einmal zum Autokauf zurück. Unser Kunde interessiert sich für einen Mittelklasse-Wagen. Für ihn steht im Vordergrund, dass er unter der Woche komfortabel ins Büro fahren kann. Viel Platz braucht er dabei aber nicht, ein kleiner Koffer ist alles, was Platz finden muss. Die Entscheidung ist also ganz einfach, ein kleinerer Wagen mit guter Ausstattung ist ausreichend oder? Wäre da nicht die große Limousine als Statussymbol. Seine Frau ist aber mehr auf Sicherheit bedacht, wenn sie alle gemeinsam einen Ausflug machen oder die Kinder mit dem Auto unterwegs sind. Der Sohn möchte das Auto vor allem für seine Freizeit nutzen – dabei stehen viel Stauraum und vor allem Geländegängigkeit im Vordergrund. Und die Tochter hätte gerne ein schnittiges Fahrzeug, damit sie mit ihren Freundinnen durch die Stadt cruisen kann.

Mein Tipp!

Versuche alle relevanten Personen – soweit möglich – in deine Überlegungen zur „Problemlösung“ miteinzubeziehen und individuell anzusprechen!

Der entscheidende Kaufentscheidungsfaktor: Du vergisst den Faktor „Persönlichkeit“!

Auch wenn du alle 11 Kaufentscheidungsfaktoren perfekt umgesetzt hast – ohne diesen einen entscheidenden Faktor wirst du deine Kunden nicht überzeugen können. Nicht von dir und auch nicht von deinem Angebot!

Zeige nicht nur dein Angebot. Also dein Produkt oder deine Dienstleistung. Und kommunizieren nicht nur all deine rationalen und emotionalen Kaufargumente. Sondern zeige auch DEINE PERSÖNLICHKEIT!

Auch wenn der Online-Handeln boomt – Menschen kaufen nun einmal von Menschen! Und auch Online kannst du deine Persönlichkeit präsentieren. Zeige deinen (potenziellen) Kunden, wer du wirklich bist! Mit deinen Eigenschaften, Ecken und Kanten. Und nach welchen Werten und aus welchem Grund (dein Warum und deine Vision) du das tust, was du eben tust. Lass sie an deiner Geschichte teilhaben.

Das alles verstärkt nicht nur deine Expertise – sondern du kannst auch eine ehrliche Beziehung zu deiner Zielgruppe aufbauen!

Es zählt aber auch die Persönlichkeit deiner Kunden: bringe ihnen deine ehrliche Wertschätzung entgegen! Auch wenn du ein guter Verkäufer und noch besserer Schauspieler bist, deine Kunden werden es unbewusst merken, dass du es nicht ehrlich mit ihnen meinst. Dass du sie nur als Cashcow – als Umsatzbringer – siehst.

Das Zeigen deiner Persönlichkeit und die Wertschätzung deiner Kunden ist nicht nur ein Kaufentscheidungsfaktor, sondern sollte vielmehr deine Grundhaltung im Geschäftsleben sein!

Das bedeutet aber nicht, dass du deinen Kunden wie deinen König behandeln und everybodies-Darling sein sollst!

Mein Tipp!

Begeistere deine Kunden mit deiner Persönlickeit und Ehrlichkeit! Zeige ihnen, was ihr gemeinsam habt! Und welchen Wert sie und die gemeinsame Kundenbeziehung für dich haben!

Jetzt bist du an der Reihe!

Überzeuge deine Kunden davon, dass du die richtige Lösung für ihre Bedürfnisse hast. Zeige ihnen den Nutzen und verstärke so das Gefühl, dass sie bei dir richtig sind. Begeistere sie mit positiven Emotionen und großartigen Erlebnissen. Und mache es deinen Kunden auf allen Ebenen so leicht wie möglich.

 

In diesem Sinne viel Spaß und Freude bei der Beziehung mit deinen Kunden,

Dein Thomas

PS: Welche Erfahrung hast du in dieser Hinsicht mit deinen Kunden gemacht? Wie hast du sie begeistern können?

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